Cooler Flug durch den Orion-Nebel

Wer mich kennt, weiß um meine Leidenschaft für alles was mit Astronomie zu tun hat. Da bin ich Nerd total.

Und weil das so ist, fiel mir auf der YouTube-Seite des Hubble Space Telescopes (HST) eine schwerst coole Animation auf, die NASA und ESA online gestellt haben.

In ihr bewegt sich der Zuschauer durch eine realistische Rekonstruktion des Orion-Nebels
Schon der Start ist wirklich spektakulär (auch wenn es unscheinbar aussieht): Die Kamera zoomt auf ein Hubble-Foto in den Nebel ein.
Alles was wir hier sehen*, kann im Grunde als Nachbarschaft der Erde bezeichnet werden – der Nebel ist "nur" 1.350 Lichtjahre entfernt (Also ca. 12.771 Billionen km – Wenn ich mich nicht verrechnet habe, wärst du mit dem Auto bei Tempo 180 also schlappe 8 Milliarden Jahre dorthin unterwegs.).
Das bedeutet also, dass das Licht diesen Nebel verließ, als die Erde gerade im Frühmittelalter ankam. Es lebten verhältnismäßig überschaubare 200 – 300 Millionen Menschen auf ihr und der Islam wurde gerade gegründet.

Wie auch immer – nun bewegt sich die Kamera in Überlichtgeschwindigkeit im Nebel zwischen den Sternen hin und her, die Ansicht wechselt dabei zwischen sichtbarem und Infrarot-Licht. Die Visualisierung ist dabei so detailliert, dass dort auch entstehende Sterne inkl. umgebender planetarer Staubscheiben und ihren Druckwellen im Nebel dargestellt werden.

Was dabei so beeindruckt, ist die Realitätsnähe – das ist eben kein Science-Fiction-Rendering, wo gleich die Enterprise** ins Bild huscht, sondern wir sehen reale Strukturen eines Stern-Entstehungsgebietes im nicht so weit entfernten Weltraum.

Für die, die es interessiert:

Im Infrarot-Licht werden noch ganz andere Strukturen und Prozesse sichtbar. Da diese Wellenlängen – anders als sichtbares Licht – Staub durchdringen können, sieht man in der Auswertung solcher Bilder besser was in einem Nebel passiert.

Die Infrarot-Darstellung der Animation kommt von einem anderen Weltraum-Teleskop, dem Spitzer Space Telescope (SST). Dieses Instrument gehört zum selben Programm der NASA, dem Great Observatory Program, zu dem – neben weiteren – auch Hubble gehört.

*Ich gehe mal davon aus, dass jeder der Punkte dort ein Stern ist und von uns aus gesehen vor dem Nebel liegt. Es kann natürlich sein, dass einige Sterne hinter dem Nebel gelegen sind und damit wesentlich weiter entfernt sind.

** Mit Warp 9,6 wäre die Enterprise 1,5 Jahre dorthin unterwegs.

BTW: Die Musik die ihr hört, ist diese hier: